Würth Verwaltungsgebäude

Künzelsau

Wettbewerb 2021
Standort: Künzelsau, Baden-Württemberg
Nutzung: Verwaltungsgebäude, Austellung, öffentliche Nutzungen
Auslober: Adolf Würth GmbH Co. KG

Der 280 m lange Reinhold-Würth-Boulevard wird von einem erhabenen grünen Baum Hain gesäumt und einem feudalen Arkadengang begleitet, welcher Teil des öffentlich zugängigen Erdgeschosses des neuen Gebäudekonglomerats ist. Über diesen Arkaden erstrecken sich die gläsern schimmernden Bürogeschosse in einem strengen Rhythmus von abwechselnd geschlossenen Räumen und offenen grünen Dachterrassen. Seinen Hochpunkt erfährt diese Rhythmik aus geschlossenen Gebäuden und offenen Terrassen im 50 m hohen Turm, welcher als Campanile mittig im Areal der Konzernzentrale der Firma Würth thront.

 

 

Ziel des Entwurfs ist, ein neues Gebäude im Herzen der Konzernzentrale Würth zu schaffen, welches weit mehr als ein reines Verwaltungsgebäude ist: es ist ein Hybrid aus Arbeits- und Öffentlichkeitsort. Somit ist es das logische Zwischenstück in der Achse vom Carmen-Würth-Forum über das Würth-Werkzeuggeschäft zum Museum Würth. Während ab dem ersten Obergeschoß die Geschicke eines Weltkonzerns gesteuert werden, kann man im Erdgeschoß ein lebendiges und abwechslungsreiches Angebot an Ausstellungen, 4D-Kino und Cafénutzung wahrnehmen. 

 

Der Städtebau reagiert auf den starken Bezug zur umgebenden Landschaft und den bereits bestehenden Gebäuden. Ein breiter Boulevard mit vielfältigen Aufenthaltsqualitäten ist multifunktional nutzbar und erstreckt sich über die gesamte Länge des Würth-Areals. Diese Qualitäten werden für die zukünftigen Mitarbeiter und Besucher erlebbar gemacht. Der Boulevard wird durch Bäume und Kunst geprägt und mündet in einen großzügigen Platz, der bühnenartig zwischen Verwaltungsneubau und Würth-Museum vermittelt.

 

Der feudale Arkadengang bietet die Möglichkeit, im Sommer im Kühlen und im Winter trockenen Fußes entlang des Boulevards zu wandeln und zugleich in den Schaufenstern die zahlreichen Würth-Produkte oder Kunst und Kultur der Fa. Würth zu bestaunen. Von hier aus besteht auch die Möglichkeit, in die öffentlich zugängigen Räume des Neubaus zu gelangen.

 

 

Die Obergeschosse der Neubauten dienen als flexible Arbeitsplattformen – es besteht sowohl die Möglichkeit der Einteilung in Einzel-, Zweier- oder Dreierbüros als auch die Konzeption eines Kombibüros mit individuellen Arbeitsplätzen entlang der Fassaden und Kommunikationszonen in den mittleren Raumbereichen. Ebenso besteht die Möglichkeit, die einzelnen Büroebenen als offenen Business-Club zu möblieren. Jedes Geschoss kann autark mit einer Teeküche oder mit unterschiedlichen Themenbars versorgt werden. Die Erschließungskerne, welche in die einzelnen Arbeitsebenen der Bürobauten und des Hochhauses führen, sind jeweils in der Raummitte der Gebäude angeordnet, sodass die Belichtung der Arbeitsplätze von allen Himmelsrichtungen erfolgen kann.

 

Die Tragkonstruktion der Verwaltungsgebäude und des Hochhauses wird ab dem 1. Obergeschoss aus Holzelementen erstellt. Die Tragstruktur ist als Holzskelettbau mit Deckenspannweiten von 5,40 m vorgesehen. Brettschichtholzstützen und -träger bilden das Skelett, welches von massiven Brettsperrholzdecken und Stahlbetonkernen ausgesteift wird.  Die Fügung der Elemente ist vollständig reversibel durch zimmermannsmäßige Elementstöße und selbstbohrende Gewindeschrauben vorgesehen, so dass sie am Ende des Lebenszyklus demontiert und als Bauelemente wieder verwendet werden können. Das Gebäude dient als Materiallager der Zukunft.

 

Um die Holzkonstruktion an der Fassade vor Verwitterung zu schützen und den Brandschutz zu gewährleisten, werden Glaselemente vor die Holzkonstruktion geschraubt. Diese rund geformten, transparent, weißen Glasprofile lassen die Holzbauteile nach außen durchschimmern. Somit entsteht ein Fassadenbild, welches durch das unterschiedliche Auftreffen der Sonnenstrahlen auf die rund geformten Glasprofile in verschiedenen Farbnuancen gläsern schimmert und gleichzeitig die warme Naturfarbe der Holzkonstruktion durchblicken lässt. Das Erdgeschoss samt Arkaden werden als stabiler Sockel aus dem Material Beton erbaut, auf welchem die gläserne Holzkonstruktion der Bürogeschosse thront.

 

 

 

Projektteam:

 

Sigrid Hintersteininger Architects:

Sigrid Hintersteininger

Anne Schäfer

Jakob Schlipf

Luis Röttenbacher

Helena Irena Harrer

 

 

Planstatt Senner GmbH:

Johann Senner

Kerstin Winandi

Christina Cassar

Andrea Egresi

Thilo Nerger

 

 

Fachplaner:

 

knippershelbig GmbH, Boris Peter, Martin Scholz

Transsolar Engietechnik GmbH, Matthias Schuler

Bauberatung Brandschutz Fakesch GmbH, Rainer Fakesch

 

 

Nikolai Becker Images, Nikolai Becker

 

 

Architekturmodellbau Ritzmann, Peter Ritzmann

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