Vertriebs- und Logistikzentrum Hahn+Kolb

Ludwigsburg

Architekturwettbewerb 2012, 1. Preis
Ausführungszeitraum 2012-2013
Standort: Ludwigsburg, Baden-Württemberg
Bauherr: HAHN+KOLB Werkzeuge GmbH
LPH: 1-4
Bildnachweis: David Franck
Bauausführung: Architekturbüro Kalis

Nachhaltige Schrägen

 

Die Orientierung der Firma HAHN+KOLB Werkzeuge GmbH auf Qualität und Innovation kombiniert mit wirtschaftlichem Erfolg erforderte ein Headquarter, welches diese Firmenphilosophie nach außen präsentiert. Somit wurde ein Vertriebs- und Technologiezentrum geplant, das durch seine Formensprache Dynamik verkörpert. Das Haus steigt von Süden nach Norden dynamisch an und mündet in einem kristallinen Glaskörper, der sich nach drei Seiten öffentlich präsentiert. Diese Formensprache setzt sich im Technologiezentrum und in der freistehenden Logistikhalle fort. Grundlage der innovativen Formen ist eine entsprechend nachhaltige Energieplanung. Die nach Süden gerichteten, dynamisch aus den Grünzonen wachsenden Gebäudefassaden sind mit Photovoltaikelementen belegt, die für eine nachhaltige Energieproduktion sorgen und so die C02-Emissionen minimieren.

 

Die Haupterschließung erfolgt über das Kopfgebäude des Vertriebszentrums. Hier wird man über einen öffentlichen Vorplatz in das Foyer bzw. den Empfangsbereich des Gebäudes förmlich eingesogen. Das Eingangsfoyer dient als Ausstellungsraum, in dem die Produkte von HAHN+KOLB präsentiert werden und Kunst aus der Sammlung Würth ausgestellt wird.

 

Im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss sind die beiden Gebäudeteile des Vertriebs- und Technologiezentrums über die öffentlichen Nutzungen Restaurant, Lounge und Produktpräsentation verbunden. Diese Räumlichkeiten dienen als Herz des Unternehmens und können unabhängig vom Empfangsbereich separat von außen über eine großzügige Freitreppe erschlossen werden. Ein Wechselspiel von Zwei- und Eingeschossigkeit sorgt nicht nur für eine räumliche Spannung, sondern auch für eine Verbindung von öffentlichen Bereichen und Verwaltung auf unterschiedlichen Geschossen. Der Innenhof gewährleistet die natürliche Belichtung und Belüftung aller Büros und bietet zusätzliche Freifläche für das Restaurant im Erdgeschoss.

 

Die Mitarbeiter der Firma HAHN+KOLB arbeiten in einem Firmenareal, das über die Funktion eines herkömmlichen Arbeitsplatzes hinausgeht. In einem zweigeschossigen Betriebsrestaurant und einer weitläufigen Lounge werden die Mitarbeiter täglich mit frischem Essen versorgt. Der Loungebereich dient als Marktplatz, auf dem man sich mit Kollegen und Kunden trifft und auf dem Besprechungen stattfinden können. Über die Loungeterrasse wird man über eine Freitreppe auf den halböffentlichen Vorplatz in einen großzügigen Park geführt. Hier befindet sich ein Biotop, welches als Erholungsoase im Freien dient. Die grünen Freiflächen werden u. a. mit Obstbäumen bepflanzt, so dass die Mitarbeiter in ihrer Pause frisches ökologisches Gut genießen können. Somit wird den Mitarbeitern auch im Außenraum eine hohe Aufenthaltsqualität geboten.

 

Nachhaltigkeit / Energieeffizienz

 

Die Gebäudetemperierung und die Trinkwassererwärmung erfolgen überwiegend primärenergieeffizient über Geothermie. Darüber hinaus wird Erneuerbarer-Energie-Strom mittels einer 1.028 m2 großen PV-Anlage, die auf den nach Süden orientieren 45 Grad-Schrägdachflächen ausgerichtet ist, bereitgestellt.

 

Durch den Einsatz von regenerativen Energien, einer nachhaltigen Energieversorgung mit Betonkerntemperierung und hochtechnisierter Materialien werden die Betriebskosten zu einem beachtlichen Teil reduziert. Die Wärmepumpe wird zu 80 % mit Umweltenergie versorgt. Sie kann damit ca. 70 % des Jahresheizenergiebedarfs decken.

 

„Das Gebäude orientiert sich am und reagiert auf das Außenklima." Wind-, Sonnenstand- und Temperaturfühler regeln das Raumklima im Gebäude. Dabei werden die Betonkerntemperierung und der außenliegende Sonnenschutz mehr oder weniger aktiviert. In den Büroräumen wird anhand von individuell öffenbarer Fensterflügel natürlich be- und entlüftet.

 

Die Flachdächer wurden als Gründächer und somit als Ausgleichsflächen der versiegelten Bodenflächen ausgeführt.

 

Insgesamt wird der höchstzulässige Primärenergiebedarf nach ENEV um mehr als 45 % unterschritten. Somit wird dem Passivhausstandard entsprochen.

 

 

 

Projektteam:


Sigrid Hintersteininger Architects, Stuttgart (Entwurf, Einreichplanung, Werkplanung, künstlerische Oberleitung)

Sigrid Hintersteininger
Jenny Weiss

 

Kalis Innovation, Künzelsau (Ausschreibung, Bauleitung)
Heinz Brazel
Anja Landwehr

 

 

Auszeichnung:


lconic Awards 2014 - Winner in den Kategorien "Architecture: Corporate" und "Product: Energy Solutions“